Betula

Winterhart, winterfest: Bedeutung

Was bedeutet: Winterhart, winterfest (bedingt winterhart)

Europa wurde in 11 verschiedenen Klima-Zonen aufgeteilt. Wer genaue Werte erhalten möchte, muss sich nach den Winterhärtezonen richten. Hier sei aber auch angemerkt, diese Aufteilung erfolgte vor mehr als 30 Jahren. Das Klima und damit auch die Zonen haben sich in der Zeit deutlich verändert.

Bleiben wir bei den Begriffen winterhart und winterfest.

Pinus mugo Carstens Wintergold
Pinus mugo Carstens Wintergold

 

Winterhart und auch winterfest sind Begriffe, die häufig im Zusammenhang mit Pflanzen genannt werden. Was bedeuten diese Begriffe? Zuerst sollten man erwähnen, dass diese Begriffe keiner Norm unterliegen. Es sind Erfahrungswerte, welche Pflanze, wie den Winter in Deutschland überstehen kann.

Als winterhart werden Pflanzen bezeichnet, die in der Regel den deutschen Winter ohne Probleme überstehen. Das trifft auf fast alle heimischen Pflanzen zu. Winterfest ist dagegen die Abstufung von winterhart. Winterfeste Pflanzen benötigen eine Hilfe, um den Winter zu überstehen. Die Natur regelt dieses, in dem die Pflanzen mit Laub bedeckt werden. Im Garten ist der Mensch dafür verantwortlich.

Die Bezeichnung winterhart und auch winterfest bezieht auf Pflanzen, die in einen Garten gepflanzt wurden und auf den Zeitraum, in dem sich diese Pflanzen in der Winterruhe befinden. Bei diesen Pflanzen befinden sich die feinen und empfindlichen Wurzeln, die die Pflanze zur Nahrungsaufnahme benötigt, tief im Erdboden. Bevor dort der Frost ankommt, sind wir in der nächsten Eiszeit.  Das Holz der Pflanze kann zwar auch einen Frostschaden bekommen, dass lässt sich durch einen Rückschnitt immer wieder beheben. Wenn die Wurzeln geschützt wurden, dann treibt die Pflanze immer wieder aus.

Hier könnten wir das Thema schon abschließen, wenn es da nicht ein großes aber gibt.

 

 

Die Ausnahmen und Bedenken bei winterharten Gartenpflanzen

Winterhärte bei Pflanzen im Topf

Bei einer Pflanzung in einem Gefäß sind die feinen Wurzeln nicht so geschützt. Sobald die Erde im Gefäß längerfristig gefroren ist, besteht auch bei winterharten Gartenpflanzen die Gefahr, dass die Pflanzen nicht überleben. Richtig gefährlich wird es im Gefäß für diese Pflanzen, wenn das Wetter ständig zwischen Frost und Tauwetter wechselt. Dann entsteht im Gefäß eine Staunässe. Die feinen Wurzeln erfrieren dann nicht, sie vergammeln im stehenden Wasser. Das getaute Wasser im Gefäß kann nicht abfließen, weil der Boden im Gefäß noch gefroren ist.

Malus Liset
Malus Liset

 

Winterharte Pflanzen können austrocknen

Bei Stauden ist auch noch die Trockenheit eine große Gefahr. Diese Stauden wurzeln nicht so tief wie Bäume oder Sträucher. Ist der Gartenboden, oder auch der Topfboden erst einmal gefroren, dann können diese Pflanzen keine Feuchtigkeit mehr finden. Kommt dann auch noch ein kühler Wind und die warme Wintersonne dazu, dann kann eine winterharte Staude austrocknen. Mit viel Fingerspitzengefühl muss hier bei etwas wärmeren Wetter gegossen werden. Aber bitte die Pflanze nicht gleich ertränken. So viel Wasser benötigt eine Staude nun im Winter doch nicht.

 

Winterharte Pflanzen können frostempfindlich werden

Auf den ersten Blick ist diese Satz widersprüchlich, dennoch ist er wahr. Sobald die Pflanzen aus der Winterruhe erwachen, können auch winterharte Pflanzen frostempfindlich werden. So geschehen im Winter 2012 auf 2013, einem sehr milden Winter, folgte von einer längere kalte Frostperiode. Im Dez. 2012 und dem Jan.  2013 hatten wir sehr milde und fast frühlingshafte Temperaturen. Schon Ende Januar zeigt sich bei frühen Pflanzen die ersten Knospen und auch vereinzelt ein Blattaustrieb.

Im Feb 2013 kam dann ein leichter Dauerforst zu einem Zeitpunkt, an dem die Pflanzen aus ihrer Winterruhe erwacht waren. Schon Temperaturen zwischen -3 Grad und -5 Grad haben dafür gesorgt, dass viele Gartenpflanzen am Holz, aber auch an den frischen Kopsen und Trieben erfroren sind.

Hier zeigt sich deutlich, dass die Begriffe winterhart und auch winterfest sehr variabel sind.  Es hängt immer vom Standort der Pflanzen, von der Art der Pflanzung und auch vom Zeitpunkt des Frostes ab.

Rosa canina
(Rosa canina)

 

Ein Tipp bei Spätfrösten

Wasser ist ein guter Isolator. Mann sollte es nicht glauben, aber bei späten Frösten im Frühling stellt eine Baumschule in den am Abend für mehrere Stunden die Beregnung an. Das Wasser sammelt sich auf den Blättern der Pflanze, gefriert dort und isoliert damit die frischen Triebe.  Die Blätter und auch die Knospen tragen dann einen recht dicken Eispanzer, der dann natürlich am nächsten Tag, in der warmen Frühlingssonne sofort wieder abtauen.

 

Betula
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